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Geschichte zum Handball
Eigentlich ist Handball ein Frauensport. Er wurde in 1910 von einem «Frauenturnwart» in Berlin ersonnen, weil der gute Mann seinen Schutzbefohlenen eine geschlechtsspezifische Alternative zum allzu männlichen Fussball bieten wollte. Nach kurzer Zeit war diese Art «Handarbeit» aber derart beliebt, dass auch Männer daran Gefallen fanden und die Sache selber in die Hand nehmen wollten. Die Geschichte des Handballs beginnt offiziell im Oktober 1917 mit der Festlegung der ersten Regeln für das Spiel durch Herrn Heiser. Als Vorläufer kann auch das Turnspiel Torball bzw. das in Dänemark gespielte "Haandbold" gesehen werden. Begonnen hat Handball jedoch nicht in der Halle, wo heute fast ausschliesslich gespielt wird, sondern wie Fussball auf einem grossen Rasenplatz. Bereits 1936 bei den olympischen Spielen in Berlin wurde das Spiel in den Olympiakalender aufgenommen. Erst in den 50er Jahren verlegte man den Spielort unter das Dach. Da immer mehr grosse Hallen gebaut wurden, konnte sich diese Variante des Spiels sehr rasch durchsetzen. Bei den olympischen Spielen 1972 in München war Hallenhandball bereits im Programm. Hochburgen des Handballs sind die skandinavischen Länder, der ehemalige Ostblock sowie Deutschland. In neuerer Zeit sind die beiden Länder Spanien und Frankreich hinzugestossen und mischen in der Weltspitze mit.
Spielgedanke und Regeln
Handball ist die packende Sportart, bei der 14 Männer bzw. Frauen versuchen, sich möglichst regelkonform zu behindern und einen Lederball in das gegnerische Tor zu befördern. Allerdings sind max. je sechs Feldspieler und je ein Torwart gleichzeitig auf dem Spielfeld. Dabei darf der Ball nicht mit dem Fuss gespielt werden. Handball ist eine der schnellsten, aber auch härtesten Sportarten, die es gibt. Der Sinn des Spiels ist es, einen Ball in ein 2 x 3 Meter grosses Tor zu werfen. Die Mannschaft, die nach Ablauf der Spielzeit von 2 x 30 Minuten mehr Tore erzielt hat, geht als Sieger vom Platz.
Eine Mannschaft besteht aus sechs Feldspielern und einem Torhüter. Der Torwart kann im Bedarfsfall auch durch einen Feldspieler ersetzt werden. Dieser muss aber mit einem speziellen Leibchen gekennzeichnet sein. Bei einem Foulspiel kann ein Spieler entweder mittels gelber Karte verwarnt oder gleich für zwei Minuten des Feldes verwiesen werden. Bei drei Zweiminuten-Strafen wird ein Spieler ganz vom Match ausgeschlossen. Bei kleineren Vergehen bekommt die benachteiligte Mannschaft einen Freiwurf, bei schweren Vergehen, insbesondere bei der illegalen Verhinderung einer klaren Torchance, gibt es einen Siebenmeter. Das Spielfeld ist 40 Meter lang und 20 Meter breit. Um die beiden Tore befindet sich der sogenannte Torraum, den kein Feldspieler betreten darf. Einen Halbkreis von neun Metern bildet die gestrichelte Freiwurflinie.
Viele spannende Torszenen
Was dem Laien also wie ein "beliebiges Ringelreihen" vorkommt, ist für den Insider eine logische Abfolge streng festgeschriebener Abläufe. Handballfachleute reden von erster und zweiter «Angriffswelle», von defensivem «Anstechen» oder von «Sperren-Lösen». Derlei ist dazu angetan, den gegnerischen Abwehrriegel zu durchbrechen, die Torausbeute zu verbessern und den Unterhaltungswert des Handballs zu steigern. Der Beweis: Reichten dem TV Abstinenten Basel 1931 noch drei Treffer, um erster Schweizer Handballmeister zu werden (3:2 im Final gegen TV Kaufleute Zürich), so brauchte Pfadi Winterthur im letzten Jahr pro Partie durchschnittlich 32 Tore zum Titelgewinn.
Kritische Stimmen behaupten allerdings, der moderne Männerhandball sei mehr ein Full-Contact-Kampfsport als ein Spiel. Schliesslich sind Handballer heutzutage ja nicht bloss viel zu gross, sondern dank Krafttraining genauso erschreckend breit. Dieser Umstand führt in den beengten Verhältnissen am Wurfkreis zwangsläufig zu gefährlichen Begegnungen der heftigen Art. Da zerschellen elegante Rückraumschützen an feindlichen Teamstützen, da werden Kreisläufer zu Reisläufern und sogar der theoretisch im Wurfkreis isolierte Torhüter sieht sich von zweibeinigen Flugkörpern angesprungen. Für die Zuschauer sieht das mehr nach Taekwondo oder Wrestling aus. Doch die direkt Beteiligten haben mit dem erhöhten Crash-Aufkommen in ihrem schönen Sport kein Problem.







